Jetzt registrieren! Ich, Zukunft und integrierte Forschung

Virtual Reality und Künstliche Intelligenz erobern unseren Alltag und werfen ethische Fragen auf. Melden Sie sich jetzt an zu Teil 2 „Ich, Zukunft und integrierte Forschung“ der Veranstaltungsreihe Forschungstour #MiteinanderDurchInnovation am 3. November 2021.

Mann und Frau unterhalten sich. Im Hintergrund ist ein Roboter zu sehen.
© BMBF

Moderation: Sven Oswald (freier Journalist)
Keynote: Prof. Dr. Ulrike Felt, Institutsvorständin Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Wien
Begleitet durch Karl Olsberg (Autor) und Carsten Mell (Illustrator)
Hashtag: #MiteinanderDurchInnovation #IchZukunftUnd #IntegrierteForschung

Interaktive Technologien durchdringen zunehmend unseren Alltag: sei es als Smartphone in der Handtasche, als digitales Arbeitsgerät im Job oder Studium oder als Künstliche Intelligenz (KI), die uns das abendliche Filmprogramm vorschlägt. Sie sind zu unseren Begleitern geworden, die unser Leben vielmals erleichtern und oftmals nicht mehr wegzudenken sind. So nützlich viele interaktive Technologien sind, ebenso haben sie auch Begleiterscheinungen: wenn der Arbeitstag nur noch aus einer Verkettung von Videokonferenzen erscheint, wenn Gruppen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, weil sie kein Internet haben oder mit dem Computer nicht zurechtkommen, oder wenn Algorithmen den Menschen in seinen Entscheidungen nicht unterstützen, sondern ihn bestimmen.

Mit dem Forschungsansatz „Integrierte Forschung“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Projekte darin, die Licht- und Schattenseiten neuer Technologien von Beginn ihrer Entwicklung an mitzudenken und gestaltend auf gewünschte Ziele hinzuwirken. Ein wesentliches Element dieser Forschung ist, dass möglichst alle relevanten Perspektiven auf ein Thema einbezogen werden. Dies umfasst eine intensive Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Perspektiven ebenso, wie das Einbeziehen von Gruppen, die nicht unweigerlich an Innovationprojekten teilnehmen, wie Bürgerinnen und Bürger bzw. die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer einer Technologie. Das Ziel der Integrierten Forschung ist, dass gesellschaftliche Werte und Normen in die Technologieentwicklung einbezogen werden und der Mensch im Mittelpunkt von Forschung und Innovation steht.

Die Veranstaltung veranschaulicht, weshalb integrierte Forschung von zunehmender Relevanz ist und wie mit einem integrierten Ansatz geforscht wird. Sie bringt Personen aus Wissenschaft, Politik und Anwendung zusammen, um gemeinsam Potenziale und Herausforderungen integrierter Forschung zu diskutieren. Sie lädt zum Mitmachen ein: in mehreren Workshops, Erkundungstouren und einem Quiz werden Themen behandelt, wie Künstliche Intelligenz, Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion oder Begleiterscheinungen von Smart-Home-Technologien.

Programm:

8:30 – 9:00 Uhr Virtuelles Eintreffen  
9:00 - 9:15 Uhr 

Begrüßung 
Sibylle Quenett, Leiterin Referat „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“, Bundesministerium für Bildung und Forschung

 
9:15 – 9:25 Uhr  Das Cluster Integrierte Forschung stellt sich vor
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Evangelische Hochschule Nürnberg und Dr. Mone Spindler, Universität Tübingen
 
9:25 – 10:00 Uhr Keynote „Ich, Zukunft und integrierte Forschung“
Prof. Dr. Ulrike Felt, Institutsvorständin Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Wien
 
10:00 – 10:15 Uhr Pause  
10:15 – 11:15 Uhr AUF EIN WORT

Leitung: Dr. Mone Spindler, Universität Tübingen

Podiumsdiskussion zum Thema Integrierte Forschung
Was bedeutet Integrierte Forschung konkret? Wie sieht Integrierte Forschung in der Praxis aus? Teilnehmende erhalten einen Einblick in ethische, rechtliche und soziale Aspekte eines Technikentwicklungsprojekts und wie sie im Entwicklungsprozess zum Tragen kommen können. In einer zweiminütigen filmischen Collage wird hierfür eine konkrete Gestaltungsfrage aus einem telemedizinischen Technikentwicklungsprojekt vorgestellt. Über diesen Fall diskutieren fünf Expertinnen und Experten aus den Bereichen VR/AR, Medizin, Ethik, Soziologie und Recht unter den jeweils verschiedenen Gesichtspunkten. Danach können die Veranstaltungsteilnehmenden in 5 Breakout-Rooms zu den jeweiligen Perspektiven mitdiskutieren und ihre Sicht einbringen. Abschließend – zurück im Plenum – stellen sich die Panellisten der Frage, wie die zu Tage geförderte Perspektivenvielfalt in konkrete Gestaltungsalternativen des telemedizinischen Systems münden könnte.
 
11:15 – 11:25 Uhr Pause  
11:25 – 12:20 Uhr Parallele Breakout-Sessions
- Was soll schon schiefgehen? Ungebetene Gäste im intelligenten Zuhause – Eine Mischung aus Kinocafé und Foresight
- Die neuen Däumlinge: bewegt – vernetzt – engagiert
- Sozio-technische Kreativitätswerkstatt: KI Innovation zum Mitmachen
- Künstliche Intelligenz - Eine interaktive Schemaexploration
- Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion - Eine Erkundungstour durch verschiedene Projekte und Konzepte

Was soll schon schiefgehen? Ungebetene Gäste im intelligenten Zuhause – Eine Mischung aus Kinocafé und Foresight
Leitung: Prof. Dr. Arne Berger, Hochschule Anhalt
Anhand eines filmischen Fallbeispiels zu Friktionen im Smart Home werden folgende Fragen diskutiert und Visionen reflektiert: Welche Chancen und Risiken sehen Sie? Welche intelligenten Geräte wünschen Sie sich für ihr smartes Zuhause? Die Session wird illustrativ begleitet.

Die neuen Däumlinge: bewegt – vernetzt – engagiert
Leitung: Prof. Dr. Axel Benning, Fachhochschule Bielefeld, Prof. Dr. Marcel Saß, Universität Marburg
Wir reflektieren das Phänomen „Friday for Future“ als neue Jugendbewegung und deren digitalen Vorbedingungen. Ausgangsthese ist, dass „Friday for Future“ nur durch die Möglichkeit der Nutzung digitaler Kommunikationsformen und digitaler Plattformen überhaupt möglich geworden ist. Jugendliche verstehen sich durch die Möglichkeiten digitaler Kommunikationsformen und Techniken als autonom und politisch souveräne Akteurinnen und Akteure außerhalb eines Parteiensystems und etablieren so neue Formen demokratischer Partizipation. Daran kann entdeckt werden, wie die neuen Däumlinge (Digital Natives) – wie der französische Philosoph Michel Serres sie nennt – sich neu erfinden.

Sozio-technische Kreativitätswerkstatt: KI Innovation zum Mitmachen
Leitung: Prof. Dr. Christian Djeffal, Technische Universität München
Die sozio-technische Kreativitätswerkstatt widmet sich folgenden Fragen: Wo können wir Künstliche Intelligenz (KI) im Bereich Gesundheit anwenden? Wo können wir bestehende KI-Technologien im Feld Gesundheit noch anwenden? Welche Chancen und Risiken bergen sie? Wie kann man Ideen konkret auch sozio-technisch gestalten?

Technik Verstehen »Künstliche Intelligenz« - Eine interaktive Schemaexploration
Leitung: Dr. Bruno Gransche, Karlsruher Institut für Technologie KIT
Unser Wissen ist in Schemata organisiert und unser Verstehen ist durch diese Struktur bedingt. Zum Beispiel können wir uns neue Informationen, die zu einem vorhandenen Schema passen, besser merken. Oder: Wir ignorieren Informationen, die weniger anschlussfähig sind. Die interaktive Exploration erkundet kulturell grundlegende, in der Runde gemeinsam geteilte und individuell verschiedene Schemaaspekte rund um Künstliche Intelligenz (KI) bzw. die Begriffe »Künstlich« und »Intelligenz«. Technische Voraussetzung: Smartphone mit Internetzugang zu einer Pollingplattform. Das Format verknüpft Ergebnisse des Forschungsprojekts poliTE Soziale Angemessenheit für Assistenzsysteme mit der zentralen Mission „Technik verstehen“ des Projektes Lebensformen in digitalisierten Lebenswelten (LeDiLe) im Rahmen des Clusters Integrierte Forschung

Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion - Eine Erkundungstour durch verschiedene Forschungsprojekte und Konzepte
Leitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke und Dr. Galia Assadi, Evangelische Hochschule Nürnberg
Den Konstruktionen von interaktiver Technik liegen verschiedene Bilder vom Menschen zugrunde. Darüber hinaus aber sind diese Bilder selbst wieder ein Reflex der menschlichen Bemühungen, diese Welt und sich selbst zu verstehen. Auch beim gezielten Einsatz von Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion spielen solche Bilder auf der ersten Ebene und Reflexionen dieser Bilder auf der zweiten Ebene eine Rolle. Im Rahmen dieser Session erhalten die Teilnehmenden Einblicke in Ergebnisse aus dem Projekt MTEmotion und begeben sich dann auf eine Erkundungstour durch weitere Forschungsgebiete und Konzepte der Integrierten Forschung.

 
12:20 – 12:30 Uhr Pause  
12:30 – 13:00 Uhr Flashback
Resümees von Karl Olsberg (Autor) und Carsten Mell (Illustrator)
 
13:00 – 13:15 Uhr

Verabschiedung

Sibylle Quenett, Leiterin Referat „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“, Bundesministerium für Bildung und Forschung

 

Weitere Informationen:

Teil 1: 20. Oktober 2021: Ich, Zukunft und Robotik

Teil 3: 30. November 2021: Ich, Zukunft und digitale Souveränität

Webseite zum Thema Integrierte Forschung