Nähe über Distanz

Mit interaktiven Technologien zwischenmenschliche Verbundenheit ermöglichen

Zweck der Bekanntmachung ist die Förderung innovativer Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu technologischen Lösungen, die zur Erfüllung des individuellen psychologischen Bedürfnisses nach Nähe und Verbundenheit beitragen.

Kind im Videochat mit seinem Vater. Das Kind berührt die Hand des Vaters auf dem Bildschirm
© Adobe Stock/Tijana

Das Gefühl von Verbundenheit ist eines der stärksten menschlichen Bedürfnisse und ein elementarer Prädiktor für Wohlbefinden und Lebensqualität. Gerade während der Corona-Pandemie ist dies durch die Kontaktbeschränkungen und dem damit einhergehenden Wegfall sozialer Kontakte für viele Menschen spürbar geworden. Ziel der Förderung ist die Bereitstellung neuer Konzepte für innovative interaktive Technologien und darauf aufbauende Produkte und Dienstleistungen, die die Teilhabe am Leben nahestehender Personen über räumliche Distanzen hinweg ermöglichen und die Verbundenheit mit diesen Personen stärken. Dabei sollen zum einen übertragbare, wissenschaftlich evaluierte Erkenntnisse darüber gewonnen werden, in welchen Kontexten und Konstellationen von Personen das Verbundenheitsgefühl durch die Nutzung der interaktiven Technologien gestärkt wird und auf welchen psychologischen Prinzipien und Produkteigenschaften die Effektivität beruht. Zum anderen sollen – ausgehend von einer empirischen Bedarfsanalyse – Demonstratoren dieser innovativen Entwicklungen entstehen, deren Wirksamkeit im Hinblick auf eine erkennbare Verbesserung des Verbundenheitsgefühls und damit der Lebensqualität von Nutzerinnen und Nutzern über mehrere Monate in alltäglichen Szenarien systematisch erprobt und validiert werden soll.

ANWENDUNGSORIENTIERTE VERBUNDPROJEKTE (MODUL 1)

  • Der Forschungsverbund sollte interdisziplinär aufgestellt sein und die Wissenschaft mit der Wirtschaft verknüpfen. Neben technischen Kompetenzen sollte Expertise im Bereich der Psychologie, der Sozialwissenschaften oder der Human-Factors-Forschung sowie im Interaktionsdesign oder der nutzerzentrierten Gestaltung vorhanden sein. Einschlägige Vorarbeiten auf dem Gebiet der Erforschung technikgestützter sozialer Interaktion sollten vorliegen. Ferner ist die Beteiligung eines Unternehmens mit kommerziellen Verwertungsaussichten und einem potenziellen Marktzugang zwingend erforderlich.
  • Technologie sollte als Ressource verstanden werden, die verbindet statt zu entfremden. Zwischenmenschliche Interaktion soll nicht ersetzt werden, sondern durch technologische Möglichkeiten erweitert und bereichert werden. Die skizzierten Ideen sollen kreative, vielseitige, sensorisch reichhaltige Wege des Austauschs aufzeigen, die über bestehende Formen der Kommunikation und Interaktion hinausgehen.
  • Die technologischen Lösungen sollen für Kleingruppen von mindestens zwei Personen oder kleinere Netzwerke gestaltet sein. Anwendungsfelder umfassen beispielsweise Familien, Freunde, Wertegemeinschaften, Nachbarn, Projektteams sowie Gruppen mit gemeinsamen Interessen oder kollektiver Identität.
  • Ein nutzerzentriertes Vorgehen ist Voraussetzung, d.h. Nutzende sollen konsequent in die Entwicklung eingebunden werden, von der Bedarfsanalyse bis zur Wirksamkeitsüberprüfung.
  • Neben der Entwicklung innovativer Produkte sollen die Forschungsprojekte auf Basis von wissenschaftlichen Theorien und Modellen zielgerichtete Hypothesen zu den Auswirkungen der Nutzung der Technologie generieren und empirisch untersuchen.
  • Die geförderten Projekte sollen einen verantwortungsvollen, reflektierten und gestaltenden Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen (ELSI) aufzeigen. Wir empfehlen einen Check mit dem Tool ELSI-SAT (Beta-Version).
  • Es ist eine Förderung mit einer Laufzeit von in der Regel 18 bis 36 Monaten vorgesehen.
  • Vom koordinierenden Verbundpartner ist eine gemeinsame Projektskizze im Umfang von maximal 12 Seiten vorzulegen.

WISSENSCHAFTLICHES BEGLEITPROJEKT (MODUL 2)

  • Bereits vor den anwendungsorientierten Verbundprojekten soll ein projektübergreifendes Begleitprojekt mit inhaltlicher und organisatorischer Expertise starten. Die Laufzeit des Begleitprojekts soll insgesamt etwa 39 Monate betragen.
  • Es soll das in den Projekten erworbene Wissen bündeln und ein theoretisches Modell der Wirkmechanismen technologisch vermittelter Nähe erstellen.
  • Als weitere Aufgabe soll es mit Maßnahmen zur Wissenschaftskommunikation sowie Vermittlungs-, Dialog- und Beteiligungsformaten den Wissenstransfer von der Forschung in die Gesellschaft sicherstellen.
  • Darüber hinaus entwickelt das Begleitprojekt ein Vorgehen zur Vernetzung der Forschungsprojekte untereinander, zur Stärkung der Community und zum fachlichen Austausch.
  • Es ist eine Projektskizze im Umfang von maximal 8 Seiten vorzulegen.

INFORMATIONS- UND VERNETZUNGSVERANSTALTUNG

In zwei Online-Informationsveranstaltungen wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) interessierten Einreichern die Gelegenheit geben, sich über die inhaltliche Ausrichtung und Fördervoraussetzungen der Bekanntmachung zu informieren. Außerdem werden Informationen zur Skizzeneinreichung gegeben sowie die administrativen Anforderungen bei der Antragstellung erläutert.

  1. Termin: 15. Dezember 2021, 14-17 Uhr (abgelaufen)
  2. Termin: 11. Januar 2022, 10-13 Uhr (abgelaufen)

Präsentationsfolien der Informationsveranstaltung (PDF)

PROJEKTPARTNER FINDEN

Die Kontaktbörse zur Bekanntmachung bietet Unterstützung bei der Suche nach möglichen Projektpartnern.

WEITERE INFORMATIONEN

Komplette Bekanntmachung auf bmbf.de

Komplette Bekanntmachung als PDF

Skizzengliederungsvorschlag Modul 1 (.docx)

Skizzengliederungsvorschlag Modul 2 (.docx)